Good Bye Moppi!

Heute haben wir uns von unserem geliebten Kater Moppi verabschiedet.

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Moppi war mit uns fast genauso lange zusammen wir Mandy und Ich zusammen sind: 14 Jahre.

Als kleines Katzenbaby habe ich ihn damals ausgesucht. Er, der ganz alleine in einer Ecke der Schuhschachtel lag, während seine kleinen Geschwister alle zusammen in der anderen Ecke lagen. Moppi war damals schon der Größte von allen.

Er hat mit uns viele Umzüge mitgemacht, die Geburt unserer Kinder miterlebt, zugesehen wie sie laufen lernten, sprechen lernten, Adrian in die Schule kam.

Er, der Autofahren hasste und fürchtete, ist mit uns nach Lindau gezogen, und später sogar bis nach Amerika geflogen.

Hier wurde er dann vom Stubentiger zum Streuner. Hat uns von Mäusen befreit und uns Vögel und Streifenhörnchen serviert.

Nachdem er in Lindau schon zahlreiche Zahnoperationen hinter sich gebracht hatte (alle seine Backenzähne), musste er dann vor einem Monat wieder zum Tierarzt um sich einen der Eckzähne entfernen zu lassen. Das Maul war ganz geschwollen, und Blut kam aus der Nase.

Nach der OP sagten sie uns dann, daß er ein Loch im Knochen hat, und somit Nase und Maul miteinander verbunden sind. Sie sagten auch, daß das Knochengewebe ziemlich übel aussähe, ob wir nicht eine Biopsie machen wollen.

Und nach einer Woche kam dann die Diagnose: Knochenkrebs!

Ich war davon ziemlich geschockt, hatte doch immer das beste gehofft. Ich bin dann gleich zum Tierarzt gefahren, aber die konnten mir auch nicht wirklich weiter helfen. Knochenkrebs im Maul ist ziemlich selten, und wir sind dafür keine Spezialisten.

An dem Abend habe ich neben Moppi gesessen und Rotz und Wasser geheult.

Er fraß kaum noch, ich vermutete er könne nichts riechen wegen dem Blut dass aus der Wunde kommt. Etwas später kam es dann aus beiden Nasenlöchern. Er stand immer vor Speisekammer und hat gerufen, er hat Hunger. Wenn wir ihm dann etwas in den Napf gemacht haben, ging er zum Napf schnupperte dran und ging wieder weg. Wir haben auch Nassfutter versucht, gleiches Ergebnis.

Wenn die Tür zur Speisekammer mal offen stand, hat er seinen Kopf in die Futtertüte gesteckt und daraus ein paar Brocken gefressen. Also habe ich mich dann mit ihm hingesetzt und ihn zuschauen lassen wie ich das Futter aus der Tüte hole und ihm hingehalten. Dann hat er ein bisschen gefressen. Aber nicht sehr viel.

Nach einigen Tagen hat er dann auch angefangen das Nassfutter zumindest abzulecken und ganz wenig zu essen.

Allerdings habe ich ihn nie trinken gesehen.

Rausgelassen haben wir ihn ein paar Tage nach der OP wieder nachdem er ein bisschen wenigstens gefressen hatte. Vielleicht hat er ja draussen was getrunken?

Zwischendurch habe ich ihm Wasser mit einer Spritze ins Maul gespritzt, weil ich mir nicht sicher war ob er überhaupt was trinkt.

Letzte Woche war ich dann mit ihm beim Spezialisten in der Onkologie. Der Tumor ist bereits rüber auf die andere Nasenseite gewandert. Deshalb riecht er nichts mehr. Die Rezeptoren sind abgeschnürt. Nichts mit einfach das Blut raussaugen und gut ist.

Die einzige Möglichkeit die es noch zur Behandlung gäbe, wäre Strahlentherapie gewesen. 25 Sitzungen, Montag bis Freitag, jeden Tag eine, mit Betäubung. Und jedes mal Autofahren. Dazu wahrscheinlich noch ein Schlauch für künstliche Ernährung, weil die Katzen dann noch weniger Fressen. Und das alles für eine eventuelle Verlängerung der Lebensdauer auf 6 Monate. Nein danke, alleine die Sitzungen mit Betäubung haben mich schon abgeschreckt davon, und der Rest war ja nur noch Folter.

Also haben sie ihm ein bisschen Flüssigkeit gespritzt, und uns Schmerzmittel und Antibiotika mitgegeben.

Nach einigen Tagen habe ich dann beschlossen ihn einschläfern zu lassen. Bevor er irgendwann verdurstet, oder sich zum Sterben irgendwo versteckt, wie Katzen das oft machen, oder unter Schmerzen vor sich hinvegetiert.

Allerdings wollte ich ihn nicht noch mit Auto zum Tierarzt bringen. Ich wollte nicht, daß seine letzten Erinnerungen aus angsterfülltem Autofahren, enger Transportbox, und fremder Tierarztpraxis bestehen.

Also haben ich nach Tierärzten gesucht die Haustiere zu Hause einschläfern lassen, und bin tatsächlich fündig geworden. Mit dem Arzt habe ich dann einen Termin vereinbart für heute Nachmittag.

Und ich habe mich schäbig gefühlt Moppis Tod zu planen. Ich war echt fertig die letzten Tage. Auf Arbeit konnte ich mich kaum konzentrieren, war in Gedanken oft bei Moppi…

Ich hatte Zweifel: Müssen wir wirklich? Jetzt schon? Er frisst doch (ein bisschen), und solange er auf den Schmerzmitteln war, schien es ihm auch ganz gut zu gehen. Aber Mandy hat mir klar gemacht, daß wir nicht wissen ob er wirklich keine Schmerzen hat und dass wir ihn nie trinken sehen und nur sehr wenig fressen, und in dem Loch zwischen Nase und Rachen steckt ständig Futter fest. Ihm läuft ständig Blut aus der Nase, bzw. niest er Blut. Außerdem hat er ziemlich stark abgenommen. Er wiegt nur noch 5 Kg, bei seiner Größe.

Trotzdem habe ich mich weiter richtig schlecht gefühlt und oft geheult. Ab und an habe ich mich dann Abends dem Jägermeister ergeben. Wenigstens ein bisschen Linderung…

Heute war es dann so weit. Heute morgen haben wir Adrian und Olivia erklärt, daß Moppi krank ist, und nicht mehr gesund wird, und deshalb heute eingeschläfert wird, und sie sich verabschieden sollen. Adrian war todunglücklich! Der arme Kerl, ich musste mich echt zusammenreissen nicht mit ihm mit zuheulen…

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Da ich beschlossen hatte Moppi im Garten zu begraben (in Michigan erlaubt), habe ich gestern extra eine Schaufel gekauft und dann ein Loch gegraben. Nachdem ich etwa eine Hand tief vorgedrungen war stieß ich aber auf den komprimierten Lehmboden, und da half mir nur noch die vom Nachbarn geliehene Spitzhacke weiter.

Mandy und ich haben noch ganz viel mit Moppi gekuschelt, noch mehr als die letzten Wochen:

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Als der Tierarzt kam (in normaler Straßenkleidung) hat sich Moppi natürlich versteckt, aber ich konnte ihn für die Spritze hervor holen. Er hat die Spritze ganz tapfer ertragen, und ist dann erstmal zum Futternapf gerannt. Die betäubende Wirkung setzte aber relativ schnell ein, und ich setzte mich neben ihn und begleitete ihn unter Tränen in den Schlaf.

Und was für einer, der hat geschnarcht!

Im Schlaf bekam er dann die Muskel-lähmende Medikation verabreicht. Allerdings schlug sein Herz einfach weiter. So ein Kämpfer!!! Die zweite Spritze liess sich in der Vene nicht entleeren, erst die dritte brachte dann der erwartete Wirkung.

Dann war es vorbei.

Moppi ist jetzt in den ewigen Jagdgründen.

Er fehlt mir!

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Trotzdem ist es irgendwie befreiend, dieses Damoklesschwert nicht mehr über ihm schweben zu sehen.

Ich habe ihn in einem Schuhkarton, und den Schuhkarton in einem Tier-Leichensack begraben. Auf dem Grab habe ich ein paar Blümchen eingepflanzt.

Als alles vorbei war, gab ich Mandy das Zeichen, daß sie mit den Kindern nach Hause kommen kann.

Die erste Frage der Kinder war natürlich nach Moppi, und ich erklärte ihnen, daß Moppi jetzt im Himmel ist. Und ich zeigte ihnen wo ich seinen Körper begraben habe. Adrian war wieder richtig richtig traurig! Wir haben noch lange darüber gesprochen, und auch, was mit Mama und Papa passiert wenn sie sterben, ob sie dann auch in den Himmel kommen und wann…

Jetzt schlafen die Kinder, und ich schreibe mir den Kummer vom Leib.

Ruhe in Frieden Moppi! Ich vermisse dich!

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Ich muss jetzt aufhören, sonst kriegt die Tastatur einen Kurzschluss.

Steven

 

 

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