100 Tage USA: Fazit

Nach 100 Tagen im Kanzleramt zieht man ja für gewöhnlich Bilanz, und hier ist unsere ganz persönliche Bilanz.

Steven:

Aus meiner Sicht haben wir uns ganz gut eingelebt, haben ein schönes Haus gefunden und auch bereits wohnlich eingerichtet, wir haben ein paar fahrbare Untersätze gefunden, Sozialversicherungsnummern, Autoversicherungen, Hausratsversicherung. Manche von uns haben sogar einen Führerschein 😉 Wir haben die Verträge für die Nebenkosten endlich auf unsere Namen laufen, und die Kreditkarte ist auch schon auf dem Postweg. Nur mit der Integration haperts noch ein bisschen, auch wenn ich versucht habe bei ein paar Gelegenheiten Kontakte zu knüpfen.

Zum Beispiel beim Arbeitseinsatz am Kinderspielplatz, und bei der Vorparty zur Blockparty in der Subdivision. Bei der Blockparty hat Mandy mit ihrem Erdbeertiramisu sogar den Backwettbewerb gewonnen!!! Jedoch war sie bei der Preisverleihung nicht anwesend sondern war gerade mit den Kindern beim Streichelgehege :-/

Somit hat das nicht geholfen den Rest der Familie mehr zu integrieren bzw. bekannt zu machen, aber zumindest kennen mich und Adrian, den fleissigen Helfer, jetzt schon einige wichtige Personen hier im Wohngebiet. Demnächst will Mandy in der Kinderkrippe aushelfen (wenn es klappt) was auf jedenfall helfen wird, damit sie nicht mehr jeden Tag nur zu Hause sitzt.

Adrian ist in der Schule und geht einigermaßen gerne dorthin, er kann sich mit seinen Kumpels so langsam ein wenig verständigen (wie er sagt, „Ich kann mich ja schon verständigen, mit Yes und No“). Es ist echt super zu sehen, daß es da kaum zu Problemen kommt mit den Jungs die ihn kennen. Die kriegen das hin, und Adrian schnappt schon viel auf („Look Jacob“, „one two three four five six seven eight nine ten“ usw). Auch seine Lehrerin Miss Diener ist ganz stolz auf ihn wie toll er das macht.

Olivia fühlt sich in der Kinderkrippe Pudelwohl und lernt jeden Tag neue Worte.

Als wir zur Ärztlichen Untersuchung für die Kinderkrippe waren,  fragte uns die Ärztin wie groß Olivias Wortschatz sei, und das man hier erwarte, daß die Kinder bis zum 2 Lebensjahr schon mindestens 20 Worte sprechen können. Ups…ähm..grübel, grübel…eventl. kommt das hin ( das war Agfang September)

Nun, Olivia ist jetzt 2 und hier sind ihre Worte die wir verstehen können:

  1. Mama
  2. Papa
  3. Waff – Hund
  4. Aja – Adrian
  5. Ninja – Olivia
  6. Kata – Katze
  7. Kaka – Ich hab was in der Windel, oder ich muss mal.
  8. Kaka – Pups
  9. Duck – Ente
  10. Nihihi – Pferd
  11. Muh – Kuh
  12. Done – Fertig
  13. Moma – Oma
  14. Popa – Opa
  15. Bumm Bumm – Auto
  16. Tut tut – Zug
  17. Pupi – Puppe
  18. Yes
  19. Bamm – Baum
  20. Nass
  21. Mau – Katze
  22. diss – das da
  23. roar – Löwe
  24. Kuckuck – kuckuck
  25. huhuuu – Dunkel, Geist
  26. Buh – Erschrecken
  27. Aua
  28. Mah – Mäh (Schaf)
  29. Daken – Danke oder Bitte
  30. Ei
  31. Eis
  32. Down – unten, hinsetzen
  33. Haus
  34. An
  35. Aus
  36. Ab

Das eine oder andere Wort habe ich sicherlich vergessen, ausserdem hat sie noch ein 2 sehr wichtige Babyzeichen drauf: Mehr/Nochmal und Trinken. Für Essen hat sie interessanterweise noch kein Zeichen oder Wort. Für den ollen Nuckel hat sie noch ein Zeichen, aber sonst hat sie da nicht so viel von mitgenommen. Sie ist halt eher das Plappermaul 😉

Unser alter (14 jähriger) Stubentiger Moppi hat sich hier zum Streuner entwickelt. Jetzt wo wir ein bisschen mehr im grünen wohnen mit ebenerdigen Zugang, darf Moppi nach draussen, und jagd fleissig Mäuse und Streifenhörnchen. Nur mit den anderen Katzen der Nachbarschaft kommt er nicht so gut klar, und die juckt es überhaupt nicht wenn der Moppi sie wütend anfaucht. Da muss dann erst ich kommen und sie von unserer Veranda verjagen 😉

Unser erster Besuch aus Deutschland war auch schon da und den 3 Geburtstag haben wir nun auch mal mehr mal weniger gefeiert. Jetzt steht die Feiertagssaison an, mit Halloween, Thanksgiving und natürlich Weihnachten, das wird bestimmt schön, auch wenn wir so weit weg von der Heimat sind. Dieses Jahr wird unser erstes Weihnachten an dem wir zu Hause feiern. Mandy meinte: „Schön, endlich keinen Reisestress ; )“ und ich meinte: „Oh je, das wird soooo langweilig“.

Ausserdem steht uns bald der erste Winter hier bevor, mal sehen wie es in 100 weiteren Tagen aussieht, aber ich bin von Natur aus optimistisch!

Und jetzt darf Mandy ihre Sicht auf die ersten 100 Tage schildern:

Mmmh..jetzt also ich? Nun gut, aber wo fang ich an?

Viele haben mich am Anfang gefragt…und wie ist Amerika?  Und ich muß sagen: “ Nachwievor Groß, Wild und manchmal ECHT anders!“

Unser Leben hat sich ein wenig dahingehend geändert, das wir noch mehr als früher nur etwas innerhalb unserer Familie unternehmen, da wir hier noch keinen Anschluß an anderen Familien haben. Keinen, den wir mal anrufen können: Habt ihr Lust mit auf den Spielplatz zu kommen? Oder, oder, oder. Es ist echt schwer Kontakte zu knüpfen… aber wir sind ja auch erst 3. Monate hier, kann man da anderes erwarten? Nicht wirklich, oder?  Geben wir uns Zeit, bis jetzt klappts auch so ganz gut ; )

Adrian macht sich großartig. Auch wenn es Tage/Nächte gibt, in denen er seine Freunde in Deutschland arg vermisst. Aber von Tag zu Tag kann ich nach der Schule auf den Schulspielplatz sehen, wie gut er sich langsam eingewöhnt und integriert hat. Auch wenn es zum größtenteil noch die deutschsprachigen Kinder sind, mit denen er spielt. Aber er ist auf dem besten Weg. Extra für ihn kommt 3x in der Woche ein Schüler von der Adams Highschool (der sehr gut Deutsch spricht) um mit ihm Englisch zu üben. Fantastisch… wie war das? Amerika: Schmelztiegel der Welt! Im integrieren sind sie auf alle Fälle Weltklasse…das muß man Ihnen echt lassen.

Dagegen gibts auch echt nervtötende Sachen…wie EINKAUFEN! Einkaufen gehen ist hier eine Zeitraubende Angelegenheit. Ich verbringe die paar Stunden Zeit, die ich vormittags habe damit, nur mal eben ein paar Lebensmittel einzukaufen; (wenns wenigstens schöne Klamotten wären… hätt ich eindeutig mehr Spaß an der Sache (grins)).   Mal schnell Einkaufen? Ist nicht!

Ansonsten haben wie hier ein recht „normales“ Leben. Und es hätte uns ja auch viel schlimmer treffen können, nicht wahr? Stellt Euch mal Familie Kanzler in Indien oder Tokio vor!

Im großen und ganzen können wir ein positives 100 Tage Fazit ziehen. Oder?

Naja, es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde an die werde ich mich hier hoffentlich nicht gewöhnen… z.Bsp. meine Kinder bei 9 Grad ohne Jacke und Mütze zur Schule zu schicken, oder ständig alles und jeden zu desinfizieren und Desinfektionsmittel dem ordentlichen Händewaschen zu vorzuziehen.

Dagegen gibt auch Dinge um die wir wohl nicht herumkommen… Sportunterricht in normalen Sachen, es sei denn du schickst deine Kinder in Sportsachen in die Schule (umziehen ist nicht vorgesehen, denn Amerika ist extrem prüde), dass in einer Folge Grey’s Anatomie mehr Werbeunterbrechungen vorkommen als in einem 2-Stunden Film auf SAT1, dass wir nicht mal eben zum Bäcker gehen können, das in fast allen Lebensmitteln Soya und Maisstärke drin ist (für alle Nichtwissenden… Mais ist ein Dickmacher!) aber dafür bitte alles Fettfrei (habt Ihr schon mal 0,1%. Milch getrunken? brrrrrrr), dass die Waschmittel nicht richtig sauber machen oder du gibst noch Bleiche dazu (oh… noch ein wenig Toilettenreiniger in die Wäsche… aber gern doch), dass die Kinder schon recht früh auf Gehorsamkeit gedrillt aber andererseits auch extrem „gepampert“ werden… egal welches Alter!…..ach ich könnte die Liste noch ellenlang weiterführen…aber das verdirbt uns nur den Spaß!

Schön ist, das die Amis so wunderbar höflich sind und sich über alles freuen und dabei teilweise unnatürlich überfröhlich sind… liegt das am Essen 😉 ? Du kannst  selbst Sonntagabend noch einkaufen gehen. Du kannst ein Haufen Geld für Klamotten ausgeben, da die recht günstig sind und du eine unglaubliche Auswahl hast. Du kannst während deinen Besorgungen neue Sprachen lernen oder ganze Hörspiele anhören…weil deine Wege hier einfach so lang sind… Du hast unglaubliche Möglichkeiten dich beruflich zu entwickeln…

Letztendlich sind wir bis jetzt der einhelligen Meinung, die Zeit hier zu genießen und eine Menge Eindrücke in drei Jahren mit zurück nach Hause nehmen. Aber bitte nur gute!

Es grüßen die Kanzlers

Mandy, Steven, Adrian, Olivia und natürlich Moppi!

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2 Antworten zu 100 Tage USA: Fazit

  1. marion Hofmann schreibt:

    Weihnachten wirdbei uns dieses Jahr ganz ruhig, nur Oma Opa Phillip, schafft euch doch ein Hund an in Deutschland hilft das Kontakte zu knüpfen hahaha

  2. Peter schreibt:

    Wieviel km fahrt ihr pro Woche zum Einkaufen? Vielleicht seid ihr bis jetzt nur verwöhnt gewesen … Auch in Baind kurven wir ganz schön rum dafür, aber versuchen das einkaufen immer mit dem Arbeitsweg zu verbinden.

    Peter

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