Computerprobleme

Vor etwas über 2 Wochen ging plötzlich mein Computer kaputt. Das war Mittwoch.

Ich war gerade beim Dota 2 zocken, als plötzlich mein Monitor sein Signal verlor und die beiden Grafikkartenlüfter auf vollen Touren drehten.

Also Rechner ausgeschaltet, gewartet, wieder eingeschaltet. Das gleiche Bild (bzw. kein Bild). Der Computer piepst nicht mal beim Hochfahren. Nur die Lüfter drehen alle nach dem Einschalten.

Na toll, das teuerste Gerät im ganzen Computer meine ASUS DirectCU 2 (ATI 6950) für damals 180€ im Eimer.

Mist!

Beim genaueren Untersuchen meines Computers fiel mir auf: hmmm, mein Mainboard hat ja seinen eigenen VGA Ausgang. Also habe ich den Monitor dort angeklemmt, aber auch hier: kein Bild, kein piepsen beim booten.

Da es schon spät war, hatte ich keine Lust mein CMOS zu resetten, und hab einfach bei Amazon eine neue Grafikkarte bestellt. Diesmal eine Sapphire Radeon 7850 OC.

Nachdem diese dann Samstag geliefert wurde (leider nach 23Uhr bestellt, so dass es selbst mit Amazon Prime und 2 Tages-Shipping 3 Tage dauerte), habe ich sie auch gleich eingebaut, nur um festzustellen, daß die neue Grafikkarte auch kein Bild liefert.

Verdammt!

Also habe ich mal alles was Strom braucht aber nicht Lebensnotwendig ist abgeklemmt:

Festplatten, Lüfter, DVD Laufwerk, aber selbst dann kein Bild, weder von der Graka noch vom Mainboard, selbst nach CMOS reset nicht.

Also wird wohl das Mainboard (Gigabyte GA61H-USB3) kaputt sein?

Also bei Amazon ein neues Mainboard bestellt: Gigabyte GA75-B3.

Dieses sollte am Dienstag geliefert werden.

Am Sonntag abend machte ich mich dann daran das alte Mainboard auszubauen.

Dafür musste ich aber auch den Prozessor und vor allem den Kühler (Arctic Freezer 13) abbauen. Jetzt würde es sich bezahlt machen, daß der Kühler einfach mit Push-Pins ins Mainboard geklipst ist.

Denkste! Die Dinger saßen bombenfest. Mache ich vielleicht was falsch? Also gegoogelt wie man einen Freezer 13 ausbaut. Da sah ich dann die Horrorgeschichten, die Dinger haben die Eigenart sich zu verkanten, und dann kriegt man sie teilweise nur mit roher Gewalt wieder ab. Also was soll ich sagen, rohe Gewalt musste her. Also alle push pins gezogen, und dann am Kühler gezerrt.

Und da plötzlich – zack – gaben die Push-Pins nach und der ganze Kühler sprang in die Luft. Und was in die Luft fliegt muss auch irgendwann wieder runter (habe ich in meinem Physikstudium gelernt) und siehe da, er kam wieder runter, und landete voll im Mainboard mit der harten Aluminiumkante. Eine Ecke landete genau auf der CMOS Batterie.

Scheibenkleister!

Naja das Mainboard war ja eh im Eimer, hoffentlich hat die CPU (Intel i5-2500K) nichts abgekriegt! Mit bangen Blicken untersuchte ich die CPU, konnte aber keine Spuren einer unsanften Landung in den Überresten des HeatPads erkennen. Puh, nochmal Glück gehabt.

Mitweile stand mir schon der Schweiss in den Schuhen (die ich nicht anhatte).

Der Rest ging dann easy. Mainboard rausschrauben und beiseite packen.

Dann kann ich ja gleich mal das Gehäuse sauber machen. Also Staubsauger geholt und – Nanu, was ist dass denn für ein komisches schwarzes Plastikteil, daß da im Gehäuse rumliegt?

Wo könnte das denn dazugehören? Oh Mist, das war die Kühlerhalterung in die Push-Pins gesteckt wurden, und in das der Kühler reingeschaubt wurde. Einer der Stege war komplett weggebrochen.

Gaaanz toll. DER Kühler würde nicht mehr halten.

Also recherchiert wo man dieses „retention module“ als Ersatzteil herbekommt, und die einzige Seite die ich finden konnte war die vom Kühlerhersteller selbst. Das Modul ist auch gar nicht so teuer: $0.75. Nur leider wird das aus Hong-Kong verschickt. Für $5 Versandkosten bei 5 bis 8 Tagen lieferzeit. Oder Expresslieferung innerhalb von 3-5 Tagen für schlappe $28.

Mist, Mist, Mist. So lange will ich nicht warten.

Alternative? Anderer Lüfter. Leider haben wir vor dem Umzug den ganzen „Elektroschrott“ wie meine Frau so schön zu sagen pflegte, gnadenlos entsorgt. Da wäre alles drin gewesen: Alte Grafikkarte, altes Mainboard, altes Netzteil, sogar noch der Original Boxed-Kühler von meinem Prozessor. Und so? Alles neu kaufen! Ich habe mich dann nach langem suchen dafür entschieden einen Arctic Freezer 7 zu bestellen, der ist relativ günstig, und benutzt das gleiche Retention Modul. Mein Plan war, einfach das Modul von dem neuem Kühler zusammen mit dem alten zu verwenden. $24, aber immerhin mit 2 Tagen Lieferzeit. Dazu dann noch ein bisschen Wärmeleitpaste, für $2.

Also wieder warten. Liefertermin war Dienstag. Also sogar zusammen mit dem Mainboard, aber ohne Wärmeleitpaste? Also habe ich mir im Labor Wärmeleitpaste ausgeborgt.

Dann kam Dienstag, und ich voller Erwartung das neue Mainboard zusammengesteckt. Den Prozessor drauf, Kühler drauf (nur draufgestellt, nicht festgemacht), RAM rein, Grafikkarte rein, Strom angeschlossen, und dann – nichts. Es ist doch echt zum Mäusemelken.

Wieder alle möglichen Kombinationen ausprobiert, neue Graka, alte Graka, ein Ram, zwei Ram, kein Ram. Ohne Graka (das neue Mainboard hat ja auch eine Onboard), alles ohne Erfolg.

Ok, jetzt konnte es nur noch am Netzteil, RAM oder Prozessor liegen.

Anstatt jetzt noch 3 andere Komponenten zu kaufen, wollte ich erstmal testen obs am Netzteil oder am RAM liegen könnte. Also nahm ich am Mittwoch die ganzen Teile mit ins Büro und baute meine Workstation auseinander. Das war gar nicht so einfach. Zum Glück ist im Büro Youtube nicht gesperrt, und so konnte ich mir ein Video anschauen wie man diese Z800 Workstation aufbekommt. Dann die Ernüchterung: Das Netzteil ist ziemlich einzigartig. Keine Kabel, stattdessen nur eine Kabelbuchse, die Kabel selbst sind an der Rückseite der Workstation verlegt. So was blödes aber auch. Zumindest den RAM konnte ich ausprobieren, und der machte keinen Unterschied.

Also im Büro nach normalen Desktop PCs gesucht. Aber da hatte ich nicht viel Glück. Fast alle haben Laptops, und als Desktops stehen überall diese Workstations rum. Nur bei den Praktikanten stand noch ein älterer Midi-Tower rum.

Also gewartet bis die Praktikantin Feierabend machte, und dann ihren PC auseinandergebaut (ich hab sie vorher gefragt). Das Netzteil sah zumindest mal von der Form her meinem ähnlich, allerdings besaß dieses nicht mal den 24 Pin Anschluss, sondern lediglich mehrere 8-Pin Anschlüsse.

Na toll!

Also doch bei Amazon Prozessor (i5-3470) und Netzteil (Corsair CX600M) bestellt. Lieferdatum: Freitag.

Mannmannmann, seit eineinhalb Wochen ohne PC. Wenn ich nicht mein iPad gehabt hätte wäre die Zeit noch härter gewesen.

Freitag abend waren wir unterwegs, so daß ich erst am Samstag die neuen Teile ausprobieren konnte.

Als erstes das neue Mainboard, mit altem Prozessor, und alter Grafikkarte an das neue Netzteil gehängt, und oh Wunder eine andere Reaktion: beepbeepbeepbeepbeepbeepbeepbeep.

Zwar nicht ganz die Reaktion die ich erhofft hatte, aber immerhin. Einen Beep-Code konnte ich im Internet recherchieren, und schauen woran es liegt.

Pah, denkste. Diesen Beep-Code, mehr als 20 kurze Pieptöne, dann Reset vom PC, und wieder von vorn, gibt es für mein Bios nicht!

WTF? Für andere BIOS-Arten schon aber nicht für meins.

Also wieder Ram ausgebaut, eingeschaltet, gleicher Beep-Code. Grafikkarte raus, eingeschaltet, gleicher Beep-Code. Altes Netzteil wieder angeschlossen, nichts.

Also der Prozessor? Den alten Prozessor ausgebaut. Dann schaue ich auf das (neue!) Mainboard, und denke mir: Das sieht doch nicht normal aus. Die Pins auf dem Mainboard sind ja unregelmässig. Da sehen einige so aus als würden sie sich berühren. Das kann nicht gut sein!

Mein altes Mainboard ausgepackt: Da sieht alles ordentlich aus. Also den alten Prozessor, auf das alte Mainboard, zusammen mit RAM an das neue Netzteil angeschlossen, und siehe da, der Computer bootete ins Bios! Sauber!

IMG_0861[1]

Das heißt, mein Netzteil hat die Hufe hochgemacht, und das neue Mainboard war auch kaputt. 

Na wenigstens läuft der Computer wieder. Also alles wieder in das Gehäuse eingebaut, dazu noch meine SSD. Die SSD hatte ich mir dann zwischendurch auch noch bestellt, wenn wir eh schon am umbauen sind, dann auch richtig. Bisher war ich ja SSDs immer skeptisch gegenüber eingestellt. Aber nachdem ich in meinem Arbeitslaptop selbst feststellen konnte, wie viel flüssiger,vor allem Windows läuft wenn es auf einer SSD installiert ist, hat sich das gelegt.

Nachdem mein Windows neu installiert und mit Treibern versorgt war, war ich endlich wieder glücklich.

Bis Dienstag. Ich war auf Arbeit, denke an nichts böses, da ertönt der Marsch des Imperators auf meinem Handy. Mandy ruft an. „Du der Bildschirm ist schon wieder schwarz.“

Ich: „Was? Wie das denn? Schalt mal aus und wieder an“

Mandy: „Ok, jetzt sehe ich wieder Computer startet“

Puh, das ging nochmal gut!

Mandy: „Jetzt ist er wieder schwarz. Nach dem Windows-Logo“.

Verdammt! Nicht schon wieder!

Ich: „Muss ich mir anschauen wenn ich zu Hause bin“.

Das hat mir natürlich keine Ruhe gelassen, und ich bin früher als sonst nach Hause. Nur um dann festzustellen, daß Windows nicht mehr startet. Nach dem Logo friert der Computer ein.

Systemwiederherstellung – kein Unterschied.

Abgesicherter Modus – Nix.

VGA Modus – Nix.

Windows DVD eingelegt, Reperaturmodus – Nix.

Speichertest – Test durchgelaufen, Neustart, schwarzer Bildschirm nach dem Windows-Logo.

Startprotokollierung aktiviert – er läd alle Treiber bis zur ClassPNP.sys

Konsistent, immer wieder genau bis zu dieser Datei.

Google meint, man solle die Datei einfach ersetzen. Geht nur leider nicht, wenn selbst mein Reperaturmodus hängen bleibt. Tiefer gegraben – es gibt natürlich unzählige Fälle mit den unterschiedlichsten Lösungsansätzen wegen der ClassPNP.sys – und zu der Überzeugung gekommen es muss ein Hardware Problem sein.

Strom? Alle Laufwerke außer der SSD abgeklemmt. Den Systemlüfter und sogar den CPU-Lüfter abgeklemmt. Kein Unterschied.

CPU-Lüfter vorsichtshalber wieder angeschlossen. SSD abgeklemmt, und meine alte Boot-Festplatte wieder angeschlossen. Windows läuft.

SSD wieder angeschlossen. Windows läuft nicht.

SSD und HDD Sata-Ports getauscht: Windows läuft nicht.

SSD abgeklemmt: Windows läuft.

Na toll, die neue SSD auch im Eimer?

Während des Betriebs die SSD anschließen hat nichts genützt, sie wird nicht von Windows erkannt.

Ok, dann halt wieder mit der alten, langsamen Festplatte arbeiten. Zum Glück hatte ich das Windows darauf noch nicht gelöscht, obwohl ich schon kurz davor war.

Und so ist der Stand jetzt immer noch. Der PC läuft, mit altem Mainboard, altem Prozessor, alter Grafikkarte, altem RAM, alten Festplatten. Nur das Netzteil ist neu.

Die anderen neuen Teile schicke ich nun zurück. Da ich alles bei Amazon bestellt habe dürfte das kein Problem sein.

Aber es ist schon merkwürdig, daß 2 der neuen Teile direkt kaputt waren oder innerhalb von 3 Tagen kaputtgegangen sind.

IMG_0860[1]

Ob das an der Strahlung liegt? 😉

Jedenfalls bin ich froh endlich wieder einen funktionierenden PC zu besitzen!

Hiermit verabschiedet sich mit piepsenden Grüßen,

beep beepbeepbeeeeeep beep beepbeeeeeepbeep / beepbeepbeep beeeeeep beep beepbeepbeepbeeeeeep beep beeeeeepbeep*

*) euer Steven

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