Kurzurlaub in Chicago

Da unser Sohn ja ab nächste Woche Schulpflichtig ist, können wir nur noch in den Schulferien wegfahren. Deshalb entschieden wir uns in der letzten Woche vor Schulbeginn noch einen Kurzurlaub zu machen. Unsere Wahl viel auf auf Chicago, weil das relativ nah ist (5h) und einiges zu bieten hat.

Und weil wir am Dienstag noch ein Termin in der Schule hatten, fuhren wir erst am Mittwoch gegen 10:30 (viel zu spät)ganz entspannt los. Es war kaum Verkehr und wir kamen Chicago ziemlich schnell nahe (oder so schnell wie es mit nem Geschwindigkeitslimit von 70 Meilen/h halt geht. Bis wir schliesslich auf eine Mautstation trafen. Naja das Navi hatte uns ja vorgewarnt. 70 Cent, wow das ist ja billig!

Weitergefahren, nach ner halben Stunde die nächste Mautstation: 1.80$ Soso.

Weitergefahren nach ner viertel Stunde man glaubt es kaum, die nächste Mautstation: 2.70$ diese Wegelagerer! Erst billig anfixen und dann abzocken. Und abfahren ging nicht…Clever eingefädelt!

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Unser Hotel lag genau in der Innenstadt, also durften wir uns als nächstes durch den Verkehr in Chicago quälen. Dabei gab es so toll Hinweisschilder zu betrachten wie:

628 Verkehrstote in Chicago in diesem Jahr. Na Prost Mahlzeit.

Nachdem wir endlich am Hotel angekommen waren, gings erstmal auf Parkplatzsuche. Aber das ist in Chicago zwecklos. Wir hatten uns vorher schon über die Situation informiert, die folgendermaßen aussieht:

Die Hotels verlangen zwischen 40$ und 70$ pro Tag fürs Parken. Die nahgelegene Alternative sind private Parkhäuser wo man für um die 30$ pro Tag parken kann.

Wir hatten uns schließlich für einen Park und Ride Parkplatz am Ende der braunen Bahnlinie im Außenbezirk von Chicago entschieden wo man für 3$ am Tag parken kann ( schließlich wollten wir doch noch etwas von de Stadt sehn, oder?) Zurück gings also mit der S-Bahn….30 min. quer durch die Stadt. Was man da so alles zu sehen bekommt…Aldi; Parks; Hinterhofansichten und einsichten;große und kleine, schöne und weniger schöne Spielplätze; und , und, und

Aber am Hotel mussten wir ja noch einchecken. Also mal eben in der Ladezone angehalten, ins Hotel geflitzt, schnell eingecheckt, und zurück ins Auto gesetzt. Wir wollen ja nicht unseren Mietwagen abgeschleppt kriegen. Mandy hat in der Zwischenzeit die Koffer hochgebracht und die Kinder frischgemacht. Dann ging mit dem Auto zum Parkplatz, wieder durch den Verkehr quälen.

Als wir endlich am Parkplatz angekommen sind, musste mir erstmal eine der Mitarbeiterinnen erklären wie das funktioniert. Zunächst schreibt man sein Kennzeichen, und die Parkdauer auf einen kleinen Zettel. Dann kauft mein einen Token pro Tag und steckt den Zettel zusammen mit den beiden Token in den Schlitz mit der Nummer unseres Parkplatzes. Dann kauft man ein Ticket, wobei der Automat natürlich keine Karte akzeptiert und kein Wechselgeld liefert, und kann dann mit der Bahn fahren. Für günstige 2.40$ pro Erwachsenen, unsere Kinder fuhren kostenlos. Somit kostete uns 2 Tage parken insgesamt 16$. Nicht schlecht im Vergleich zu mindestens 60$!

Zurück gings also mit der S-Bahn….30 min. quer durch die Stadt. Was man da so alles zu sehen bekommt…Aldi; Parks; Hinterhofansichten und einsichten;große und kleine, schöne und weniger schöne Spielplätze; und, und, und

Gott sei Dank war unser Gepäck ja bereits im Hotel, denn die Braune Linie brachte uns nur zur Umsteigestation der gelben Linie, und mit der gings dann zurück in die Innenstadt.

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An diesen Abend sind wir noch zum Navi-Pier gefahren, eine der Hauptattraktionen von Chicago. Das ist eine langer Pier, die wie ein Vergnügungspark aufgebaut ist, mit vielen Restaurants, Karussellen, Schiffen, Geschenkeläden, und noch mehr Fressbuden.

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Dort aßen wir zu Abendbrot (McDonalds, Juhuu) und dann gings ab aufs Riesenrad.

50m hoch!

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Von oben hatten Adrian und ich eine super Aussicht. Da es auch schon Nacht war konnten wir die Hochhäuser (oder das was davon unter den Wolken zu sehen war) und die Lichter der Stadt bewundern. War echt cool!

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Danach wollten wir aber nicht mehr eine halbe Stunde nach Hause laufen, durch die nächtliche Innenstadt, also nahmen wir uns einen der kostenlosen Trolley-Busse. Die fahren dort immer ihre Runden und bringen die Leute von einer Attraktion zur nächsten. Glücklicherweise lag unser Hotel fast direkt neben einer dieser Haltestellen!

Am nächsten Morgen gabs dann Frühstück. Selbstbediehnung: Alle Zutaten standen vor dem Fahrstuhl, und man konnte im Hotelzimmer essen. Essenssaal gab es keinen. Olivia entdeckte hier ihre Vorliebe für String-Cheese. Das sind kleine Käsesticks, und Olivia hat sich während der gesamten Zeit hauptsächlich davon ernährt, gut das es am Buffet ganz viele davon gab ; )

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An diesem Morgen stand für uns das Shedd Aquarium auf dem Plan. Da es relativ weit weg war von Hotel, sind wir mit dem Bus hingefahren, auch da kan man so richtig viel von der Stadt sehen – moderne Hochhäuser, alte Hochhäuser, gewaltige Stadt-und Staatsgebäude, erlauchte Hallen und protzige Warenhäuser – schön!

Während es beim Aufstehen noch schön sonnig war, kamen jetzt vom Lake Michigan die Wolken rüber, oder wars Nebel? Keine Ahnung, jedenfalls sag man in ein paar Metern Höhe nichts mehr.

Am Aquarium wurden wir dann gleich mal durch den Behinderteneingang reingelots, weil wir hatten ja unseren Kinderwagen-Buggy dabei. Zu unserem Glück! Am normalen Eingang war nämlich eine ganz schön lange Schlange! Und weil wir beim parken so schön gespart haben,durften wir hier erstmal 28$ pro Erwachsenen, und 18$ für Adrian bezahlen. Und da ist dann keine Aqua-Show, keine iMax Kino, kein Stechrochen anfassen, und keine Quallenshow dabei :-/

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Das Aquarium war schick gemacht, mit verschiedenen U-Förmig angeordneten Themenwelten: Regenwald, Afrikanische Seen, Flüsse, Hochwasser und Flachwasser Biotope, Michigan, Tiefsee, Korallenriff, Pinguine, Delfine und Belugas.

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Neben ganz vielen Fischen gab es auch Frösche, Schlangen, Bullet-Ameisen (so groß wie Olivias Daumen), Schildkröten, Spinnen, Eidechsen usw. An einer Station konnte man sogar verschiedene Seesterne streicheln! Und glaubt mal nicht die fassen sich alle gleich an! Einer war glitschig und der nächste Steinhart ABER Faszinierend!

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Zwischendurch gab es natürlich noch ein total überteuertes und total unleckeres Mittagessen. Schließlich macht so eine Wanderung im/am und unter Wasser ja hungrig!

Cool waren jedenfalls die Spielstationen für die Kinder. Da war eine Pinguinlandschaft, wo auch Pinguinverkleidungen hingen und die Kinder Pinguine spielen konnten, wenn sie denn wollten.

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Und dann gab es ein aufgeschnittenes U-Boot, mit haufenweise Armaturen, Hebel, Knöpfe und Regler die zum Teil noch funktionierten.

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Ein super großes und spannendes Aquarium. Am fszinierenstenn fanden die Kinder übrigens das große Haibecken und das Zylinderförmig gebaute Karibische Riff. Einfach nur Klasse! Wie die Tiere da an dir entspannt vorbei schweben….leider konnten wir sie nicht fragen, ob es Ihnen auch gefällt. Es war leider kein Dolmetscher frei ; )

Nach gefühlten 10 Meilen Fussmarsch und 10h im Aquarium wollten wir zum Entspannen noch in den Millenium Park, speziell zur Fontäne. Da durften Adrian und Olivia im Wasser plantschen und rumflitzen. Dummerweise hat sich Adrian dabei fast das Bein Knieabwärts amputiert als er ausrutschte und genau auf eine Bodengitter fiel. Wir hatten natürlich ausser (feuchten) Feuchttüchern und Windeln auch nix dabei um die Blutung zu stoppen, also musste ich schnell in eine Drogerie flitzen und Verbandszeug kaufen. Na zumindest hatte Adrian jetzt eine Ausrede warum er nicht mehr laufen konnte und unbedingt im Buggy fahren musste 😉

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Wir haben uns noch ein wenig den Park angeschaut, und in einem Park-Café zu Abend gegessen.

Eigentlich wollte ich mit Adrian ja noch aufs Skydeck, die Aussichtsplattform des Willis-Tower (ehemals Sears-Tower), aber da wir die Karte verloren hatten, Olivia müde war, und ich Mandy und Olivia nicht ohne Karte alleine durch Chicago irren lassen wollte, sind wir alle zurück ins Hotel.

Am letzten morgen gab es dann wieder lecker (String-Cheese!) Frühstück vom Gang. Anschliessend auschecken und zur Bahn laufen. Ne halbe Stunde Bahn-fahren, und hoffen, dass unser Auto noch (unaufgebrochen) da steht.

Es stand noch da! Und war heil! Super! Dann gings mit dem Auto zurück in die Innenstadt, weil wir noch mit den Kindern ins Kindermuseum fahren wollten. Hier der Pferdefuss: Parken in der Innenstadt! 25$ zack. Zusätzlich zum Eintritt, und hier bezahlt man ab einem Jahr 😦

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Naja was solls. Das Kindermuseum war großartig! Adrian war sofort mit Mandy verschwunden und kletterte auf nem Piratenschiff herum, während ich mit Olivia in die Tier-Spielwelt ging. Dort gab es riesige Plüschtiere, und Olivia hat erstmal dem Hund und den Ponies ordentlich Trinkschälchen hingestellt. Das war echt süß, wie sie die riesigen Plüschtiere da anschleppte und immer mit dem Kopf in den Napf tauchte 😀

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Als nächstes gings zu einer Feuerwehrstation mit einem Feuerwehrauto davor. Da gabs virtuelles Feuer zu löschen, die Kinder konnten Feuerwehrkostüme anziehen, eine Rutschstange runterrutschen, Sirene einschalten. Es gab sogar einen Gegensprechanlage zwischen dem Führerhaus und der Feuerwehrstation, und einen „Rauchraum“ durch den die Kinder durchkriechen mussten.

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Dann entdeckten wir das absolute Highlight: Einen Raum voll mit Wasserspielzeug. Am Eingang gab es in verschiedenen Größen Regenmäntel mit Kapuzen (nicht das das bei unseren Kindern irgendwas genutzt hätte, die waren trotzdem Pitschefadennass). Dort war ein großer Kanal mit einer Schleuse und einem Stecklabyrint installiert, wo die Kinder Gummienten und Booten fahren lassen konnten. Es gab mehrere Wasserpumpen und zwei Flaschenzüge mit Eimern zum Schöpfen. Ausserdem einen Bereich wo man mit Steckrohren Wasser umleiten konnte, kurz gesagt, unsere Kinder waren erstmal für Stunden beschäftigt!

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Irgendwann konnten wir sie dann doch dafür begeistern mal weiterzuschauen. Nebenan gab es eine Dinosaurierknochenausgrabungsstelle. Wieder mit Entdecker-Weste zum Anziehen und Pinseln zum Freilegen der Knochen.

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Der nächste Raum war der Bastelraum, hier herrschte Schutzbrillenpflicht. Einmal ausgerüstet konnte man mit allem erdenklichen Werkzeugen die unterschiedlichsten Materialien (ein Großteil war Holz) malträtieren. Adrian und ich haben ein kleines Auto gesägt, gehämmert, gefeilt, gesandet und geklebt.

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Ist doch prima geworden, oder ?

Dann gab es einen Raum in dem Kaufladen spielen konnte, mit echten kleinen Einkaufswagen! Und eine Küche mit Ofen wo man Pizza und Truthahn backen konnte. Ein Fest für Olivia!

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Adrian vergnügte sich lieber nebenan wo es eine Art Baumpfad gab.

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Ausserdem hatten Sie eine Bühne auf der Kinder eine Vorstellung geben konnten. Die Kinder konnten sich mit allerlei Kostümen verkleiden und anschließend  am Mikrofon ihr bestes geben. Für die Mamas, Papas, Omas, Opas, Tanten, Onkels usw. gab es Applausschilder. Ziemlich Cool!

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Das Museum war echt der Hit, und es viel uns nicht leicht die Kinder da raus zu locken, aber wir mussten ja irgendwann auch nach Hause fahren. In dem Museum kann man sogar Mitglied werden und es dann kostenlos besuchen (und 3$ günstiger Parken!!!), zu einem Preis den man als Familie schon nach 2 Besuchen wieder drin hat. Leider ist es so weit weg!

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Das Abendessen gab es dann unterwegs (Juhuu, schon wieder McDonalds), und just als wir losfuhren ging ein höllisches Gewitter los.

Auf dem Weg aus der Stadt teilten uns dann die  Hinweisschilder zum Abschied gleich noch mit, daß es mittlerweile 631 Verkehrstote in Chicago gegeben hat, also lieber schnell raus hier. Und so fuhren wir wieder durch die 3 Mautstationen, und das Gewitter begleitete uns die ganze Strecke. Zwischendurch hatten wir 2 mal gutes Wetter, aber insgesamt waren wir 3 mal im Gewittersturm. Als wir in Detroit ankamen gabs auch direkt eine Hochwasserwarnung aufs Handy.

Um 1:30 Nachts waren wir dann endlich wieder zu Hause und konnten in unsere Wohlverdienten Betten fallen!

Das war unser Urlaub. Kurz, intensiv, interessant und spaßig!

Aber jetzt brauch ich erstmal Erholung!

Mit Urlaubsreifen Grüßen,

Euer Steven

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