Tag 41: Kindergeburtstag

Heute war ein sehr laaaaaanger Tag. Wir hatten 3 Termine:

9 Uhr: Estate Sale in unserer Subdivision (seit einer Woche per Werbung angekündigt)

10 Uhr: Termin im Autohaus (2 Autos anschauen, einen Saturn VUE und einen Ford Edge)

12 Uhr: Kindergeburtstag (1h entfernt in Plymouth)

Also haben Mandy und Ich uns die Arbeit geteilt: einer zieht die Kinder an, der Andere macht Frühstück. Dann noch schnell Sachen zusammenpacken für den Kindergeburtstag.

 Adrian hatte vor einer Woche eine Einladung von Khendra aus seiner Kindergartengruppe bekommen. Die Feier sollte im Plymouth Township Park stattfinden. Wir wunderten uns schon sehr, daß jemand der hier in der Nähe wohnt, soweit entfernt feiert…..oder wohnten Sie da und brachen Ihr Kind soweit entfernt hier bei uns in dn Kindi?…. Aber was solls, so langsam wundern wir uns über gar nichts mehr ; )

Dann, als erstes an diesem Tag, also schnell zum Estate Sale gehetzt, denn der frühe Vogel fängt bekanntlich den Wurm. Ein Estate Sale ist wie eine Wohnungsauflösung. Man geht durch das ganze Haus, und überall sind Preisschilder dran.

Draussen vor der Tür standen auch gleich ein paar nette Gartenmöbel, die Mandy direkt haben wollte. Mein Begehr vor allem der Weber-Gas-Grill „Grand Gourmet“. Meine Internetrecherche hatte zwar gemischte Bewertungen ergeben , vor allem bezüglich des Flammschutzes der schnell nachgibt, aber anschauen kostet ja nichts. Der Grill sah jedenfalls ganz ordentlich aus, und sollte mitsamt Abdeckplane 150$ kosten (Originalpreis angeblich 300$, meine Recherche ergab 250$ im Angebot).

Für 125$ habe ich ihn dann bekommen. YES! Endlich mal gehandelt und Geld gespart! Dazu haben wir dann noch die Gartenmöbel (eine 2er Bank, ein Sessel, ein kleiner 2er Tisch) für 25$ bekommen. Ausserdem eine dringend benötigte Astschere, und lauter Kleinkam: Eine Schildkrötenstatue ( bewacht nun unseren Hauseingang), einen grünen Kinderstuhl aus Plastik, einen Fussball, einen großen Bastkorb, ein paar Kinderbücher und Spiele.

So….jetzt wolln wir mal unsere Schätzchen verpacken….und obwohl wir ein relativ geräumigen SUV dabei hatten (Mazda CX-7) musste ich 2-mal ohne Familie hin und zurückfahren.

Für etwas über 150$ waren wir sehr glücklich mit unseren Sachen!  ESTATE SALE abgehakt…nächster Punkt auf der Tagesordnung….

Dann gings ab zum Autohändler. Der Händler ist der Schwipp-Schwager von meinem Boss, und dort haben wir uns nach langem Hin und Her für einen gebrauchten SUV entschieden.

Die ganze Autogeschichte ist hier in den USA eine Sache für sich. Viele leasen hier ein Auto für 3 Jahre, und gebens dann zurück, und nehmen dann das nächste. Für die Amerikaner ist das auch recht günstig…für uns Deutsche sieht das allerdings ganz anders aus. Da wir keine Kredithistorie in den USA haben, sind die Banken uns gegenüber extrem skeptisch eingestellt. Entweder man bekommt überhaupt kein Leasing ( so wie wir das gerade selbst erleben – mit einem anderen Auto), oder  wenn wir es dann doch bekommen, dann zu total überzogenen Preisen.  Und bei der Autoversicherung genau das gleiche. 

Zunächst einmal fängt man hier bei der Versicherung mit  Null an.  Also wie bei uns in Deutschland, mit 145% . Viele meiner Kollegen,  mit denen ich über dieses Thema gesprochen habe,  sagen, wir sind schlechter gestellt als die illegalen Einwanderer, weil die noch vom Staat unterstützt werden.        Jedenfalls hatte ich keine große Lust der Leasingfirma, für einen popeligen 21.000$ teuren Mazda,          5.399$ an Raten in den Rachen zu werfen, und dann immer noch einen Restwert von locker über 10.000$ zu haben,für die ich das Auto hätte abkaufen können.

Jedenfalls haben wir dann geschaut, was uns ein gebrauchter SUV kosten würde, und was wir nach 3 Jahren noch für den bekommen könnten.Um wenigstens ein bisschen von unserem Geld wieder zu sehen.

Am Ende habe ich einen Saturn VUE von 2009 mit 50.000 Meilen, und einen Ford Edge von 2010 mit 68.000 Meilen Probegefahren und fand beide recht ansprechend. Jetzt sollte Mandy sich die beiden mal anschauen, denn schließlich würde Sie die meiste Zeit damit rumfahren.

Jetzt muss man dazu sagen, der Saturn war Weiss-Metallic lackiert, und war damit natürlich sofort Adrians Favorit. Der Saturn war auch etwas günstiger, hatte allerdings auch den etwas kleineren Kofferraum, und die hintere Linke Stoßstange hat schon ein paar Haarrisse im Lack von diversen Parkremplern. Das Fahrzeug hatte eben auch keine Einparkhilfe. Der Edge schon, und zusammen mit dem größeren Kofferraum und dem für mich ansprechenderem Inneren war dies mein Favorit.

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Jetzt hat Mandy jedenfalls etwas zum Nachdenken vor dem Einschlafen 😉

Punkt 2 der Tagesordnung abgehakt…kommen wir zu Punkt 3! Party!!!

Anschliessend machten wir uns also auf den Weg nach Plymouth. Dieses mal waren wir sogar Pünktlich 5 nach 12 da. Obwohl, eigentlich waren wir damit zu früh, da man in Amerika der Gastgebenden Frau immer 15 Minuten Karenzzeit einräumen sollte, falls das Souflé verbrennt oder so.

Dort angekommen wurden wir auch gleich freudig begrüßt von Chena, Khendras Mutter. Sie sagte uns, daß Khendra schon die ganze Woche davon geprochen hatte wie sehr sie sich darauf freut, daß Adrian zu ihrer Feier kommt. Und dass obwohl Adrian grad mal 3 Wochen mit ihr zusammen in einer Gruppe war, und so gut wie nix auf Englisch sagt. Wie ich kurz darauf erfuhr hatten noch 2 weitere Kinder der Gruppe am gleichen Tag Geburtstag gefeiert, und wie sich später herausstellte war Adrian der einzige aus dem Kindergarten der da war. Die anderen anwesenden Kinder waren Freunde der Familie oder Verwandte.

Dort im Park erfuhren wir auch den Grund warum die Feier hier stattfand: es gab dort einen kostenfreien  Splash-Pad ( Wasserspielplatz). Da stehen haufweise wasserspeiende Gerätschaften rum, und die Kinder können die ganze Zeit mehr oder weniger unbeaufsichtigt im Wasser spielen ohne zu ertrinken. Sehr nett! Dummerweise wussten wir das nicht und hatte natürlich keine Badeklamotten dabei.

Aber für jedes Problem, gibt es ja schließlich eine Lösung….einfach alles bis auf die Hose ausziehen und rein da!

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Adrian und Khendra waren sofort abgedüst, und für die nächste Zeit höchstens noch mit Essen oder trinken abzulenken. Die beiden hatten einen riesen Spaß. Und das war auch lustig anzuschauen: Khendra sprach Adrian auf Englisch an, und Adrian antwortete auf Deutsch, und trotzdem verstanden Sie sich irgendwie. Total Klasse!

Der Park auch wirklich nett gemacht, zusätzlich zum Splash-Pad gab es einen kleinen Gras-bewachsenen Erdhügel den die Kinder immer hoch und runter rennen konnten. Und natürlich klebt Erde an nassen Sachen noch viel besser 😉

Dann gab es noch einen Abenteuer-Holz-Spielplatz mit einer Burg in Palisadenbausweise und jeder Menge anderen coolen Kletterobjekten. Leider war die Sonne unerbittlich, und viele der Gerätschaften waren ziemlich heiss, selbst die hellgraue Plastikrutsche war zu heiss 😦

Macht nix, dann halt wieder unter die Wasserdusche. Jipppiiiii!

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Schliesslich ging es ans Geschenke auspacken. Nachdem Khendra bis zu unserem Geschenk nur Klamotten geschenkt bekommen hatte, freute Sie sich natürlich besonders über Adrians Geschenk, Malbuch mit Stiften und einen Armband-Bastel-Set.

Danach gings dann an die Pinata. Ja echt, wie im Film. Eine Arielle die Meerjungfrau-Pinata.

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Angefangen mit dem kleinsten Kind durfte jedes Kind mit verbundenen Augen einige Mal auf den Pappkarton einschlagen, um die Süßigkeiten zu befreien. Besonders witzig: da war ein Junge dabei, vielleicht 8 oder so, der sich schon ziemlich professionell anstellte, aber sein Vater hielt die Leine und zog die Pinata hoch während er zuschlug. Voll fies, aber wir haben uns gekringelt vor lachen.

Die Älteste schaffte es dann das Seil zu kappen und der Karton viel zu Boden und alle Kinder stürzten sich auf die herausfallenden Bonbons.        Löwenfütterung!!!

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Adrian staubte 1,5 Säckchen voll Süßigkeiten ab. Mhmmmmmm…lecker! Und nun dürft Ihr raten, was und wieviel er die nächste Zeit gegessen hat.

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Dann gab es Kuchen, und entgegen all unserer Erwartungen, selbstgemachten! Wie mir später die Großmutter zuraunte, machte die Mutter da sogar „Bio-Zeug“ mit rein! „Damit es etwas gesünder ist!“ Ich musste mir mein Lachen echt verkneifen. Zu drollig.

Zwischendurch kam dann noch der Unvermeidliche Eismann angeklingelt. Alle Mann eine Portion Eis!

Pünktlich gegen 3 packten dann die Gastgeber wieder alles zusammen (so stands auch in der Einladung 12-3Uhr).

Wir machten uns dann auch langsam auf den Weg, und Adrian sollte nochmal seine Füße abwaschen. Die einzigen trockenen Sachen die er noch hatte….leider blieben sie es nicht! Wie sollte es auch anders sein 😉

Auf dem Rückweg fuhren wir noch bei einem Fahrrad-Sale vorbei. Dort gab es jemanden der alte Fahrräder reparierte und zum Verkauf anbot, und er hatte auch genau ein 18″ Jungen-Fahrrad in blau. Adrian setzte sich drauf, und kam mit den Fußspitzen gerade so auf den Boden. Mist. Dann schaute ich mir den Sattel genauer an und sah, daß da noch ein Rückstrahler an der Sattelstange befestigt war, der den Sattel 2cm höher hielt als er eigentlich sein müsste. Also das Ding schnell abgebaut den Sattel weiter runter gestellt, und Voilá, Adrian passte super drauf, und fuhr gleich ein paar Meter damit ohne umzufallen. Also war das Teil gekauft, für 15$ ein Schnäppchen.

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Als wir dann gingen fragte Adrian ganz trocken: „War das der Nikolaus?“ Wir sind echt schlechte Eltern…und sind in schallendes Gelächter ausgebrochen. Obwohl der Mann wirklich ein guter Nikolaus-Darsteller gewesen wäre: Er war groß, Korpulent, und hatte einen natürlichen, weissen Rauschebart. Mandy sagte dann, „Ja, der macht hier seinen Sommerjob“. Es ist echt ein Wunder, daß unser Sohn noch an den Weihnachstmann glaubt! Irgendwie schön! 

Dann gings noch schnell zu Trader Joes, und wir kauften ein paar letzte Sachen zum grillen ein. Schließlich wollte ich den Grill einweihen. Als ich dann den Grill mit Adrian zusammenbaute stellte ich fest, daß der extra Gasbrenner der an der Seite angebracht war überhaupt nicht gefahrlos mit Gas versorgt werden könnte. Na toll. Beim Anzünden hatte ich dann noch Probleme. Den zweiten Brenner anzufeuern stellte sich als schwierig heraus. Es funkte zwar, und Gas kam auch raus, aber es wollte nicht brennen. Und der erste Gasbrenner brannte auch nur zur Hälfte. So viel zu meinem Schnäppchen!!

Mit einem Zweig konnte ich dann die beiden Brenner zum arbeiten überreden.

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Mandy stellte dann auch zu meiner Überraschung fest…das ist gar kein „Weber“. Vorsichtshalber suchten wir alles ab..aber da war nichts! Nur die Abdeckplane war von Weber! Boah, Sauerei! Internet angeworfen nachgelesen, Grand Gourmet war eine der Hausmarken von Meijer, der Supermarktkette.

Da war ich schon ein bissel bedient. Naja was solls, 125$ ist trotzdem nicht schlecht für so einen Gasgrill. Jedenfalls konnten wir so endlich mal in unserem Haus angrillen. Auf unserer Terrasse, im grünen. Also das einzige was uns in Lindau gefehlt hat!

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Trotz DEM… ein schöner, leckerer Abschluss eines echt gelungenen Tages!

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Nachdem Kinder-ins-Bett-bringen sind wir aber auch wie die Steine ins Bett gefallen.

Lecker gegrillte Grüße,

euer Steven!

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