Tag 17: Sozialversicherungsnummer

hausdasverruecktemacht

Heute wollten wir unsere Sozialversicherungsnummer (SSN) beantragen. Wir sind extra 45 Minuten vorher losgefahren, damit wir die ersten am Amt sind. Das Amt macht 9Uhr auf, wir waren 8:30 die ersten in der Schlange. Der frühe Vogel fängt den Wurm. Wir legen alle unsere Dokumente vor, doch dann:

„Ihr Stempel im Pass ist falsch. Da fehlt der Typ des Visas (E2), und das Ablaufdatum ist falsch. So kann ich ihnen keine Sozialversicherungsnummer ausstellen.“ Der nette Officer am Customs Border Protection (CBP) hat sich in der Jahreszahl vertan und anstatt 14. July 2015, steht dort 2013. Das heisst, laut Stempel im Pass läuft die Aufenthaltsgenehmigung einen Tag vor unserer Einreise ab.

SUPER!

Die Dame sagte „Am besten gehen Sie zurück und lassen den Stempel korrigieren.“.

Der Flughafen ist ja nur 1h entfernt…

Abgesehen davon weiss ich ja gar nicht wo wir hin müssen, zu CBP bin ich bisher immer novh direkt vom Gate sus gekommen, und von ausserhalb kommt man da gar nicht rein.

Also Flugs am iPhone nach Dept of Homeland Security gesucht, und dort angerufen. Znächst habe ich mich 3 Minuten lang durch Telefonautomaten geklickt, auf der Suche nach einem Menschen am anderen Ende der Leitung. Einfach nix oder Müll drücken hat leider nicht geholfen. Dann irgendwann hatte ich das Telefonrollenspiel geknackt und bekam jemanden ans Rohr. Das 5-minütige Gespräch ging ungefähr so:

„Hello, Department of Homeland Security, my Name is Miss sowieso my ID is this and that, how can I help you?“

Ich: „Mein Name ist Steven Kanzler, ich wollte grade meine SSN beantragen, leider ist mein Stempel im Reisepass falsch.“

„Ok, ich verstehe Sie rufen wegen ihrem Stempel im Reisepass an?“

Ich: „Das ist Korrekt“

„Ok ich verstehe sie rufen nicht wegen einem Fall an von dem bereits eine Akte existiert?“

„Ok ich verstehe sie haben keine Frage wegen Arbeitserlaubnis?“

„Ok ich verstehe Sie rufen nicht wegen Sozialleistungen an?“

„Ich verstehe sie rufen nicht wegen einer Waschmaschine an?“

„Ich verstehe sie rufen nicht an um mich von meiner Frühstückspause abzuhalten?“

Ok, die letzten beiden sind erfunden. Aber die Tante hat da echt zehn oder mehr Punkte aufgezählt von denen Sie verstanden hat, dass ich deswegen nicht anrufe. Da war ich dann irgendwie abgedriftet.

Am Ende sagte sie dann sie sind nicht zuständig, haben mir aber eine andere Telefonnummer gegeben.

Dort angerufen, sofort jemand am Telefon gewesen, kein Automat. Ich wieder meine Geschichte erzählt. Die haben mich zu der zuständigen Stelle weiterverbunden. Mailbox, ich soll doch meinen Namen und Telefonnummer hinterlassen, sie rufen dann zurück. Dummerweise fiel mir die Nummer nicht ein und ich hab aufgelegt und nochmal angerufen.

Ich: „Hi, ich hab grade mit ihrer Kollegin telefoniert wegen meinem Stempel im Reisepass.“

„Ja wie hiess die Kollegin?“

Ich: „Keine Ahnung, hab ich nicht verstanden.“

„Hiess die Bonnie?“

Ich: „Weiss nicht“

„Hiess die sowieso?“

Ich: „Keine Ahnung.“

„Hiess die soundso?“

Ich: „Ich habs nicht verstanden, es war so laut hier!“

„Sie rufen wegen dem I94 Stempel an?“

„Ich verbinden sie eben.“

Gleiche Mailbox, immer noch nicht meine eigene Nummer gemerkt.

Nochmal angerufen.

Ich: „Hallo, ich habe bereits mit 2 Kolleginnen von ihnen gesprochen, die haben mich an eine Nummer weitergeleitet wo keiner ran geht, bitte verbinden Sie mich nicht weiter.“

„Jaja, die Nummer ist schon richtig, die sind nur grad nicht am Platz, hinterlassen Sie einfach die Telefonnummer die rufen dann zurück.“

Und zack wieder verbunden. Aber diesmal war ich vorbereitet: Schnell mein anderes Handy gezückt, meine Nummer rausgesucht, und aufs Band gesprochen.

Naja, der Rückruf kam dann 2,5h später, in der Mittagspause.

Also ich wieder meine Geschichte erzählt.

„Ja ich schau mal im System nach. … Ok, also in unserem System ist alles richtig eingetragen, ändern Sie doch einfach selber den Stempel.“

Ich: „Äh, wie? Sind sie sicher?“

„Jaja, in unseren beiden Systemen stehen die richtigen Werte, können sie ruhig in ihrem Pass ändern. Aber wennn Sie sich damit nicht wohl fühlen kommen Sie doch hier vorbei und wir machen das.“

Ich: „Nö, alles klar, wenn sie das sagen, dann mach ich das selber. Vielen Dank.“

So, nun habe ich da unseren Visa-Typ selber reingeschrieben, und aus der 3 eine 5 gemacht. Morgen fahren wir wieder zum SSN Amt, mal sehen wies läuft!

Ausserdem haben wir heute Olivia in der Kinderkrippe angemeldet, und Adrian im Sommercamp. 5x die Woche, von 8Uhr bis 12 Uhr. Für $157 bzw. $129, pro Woche! Dazu noch Anmeldegebühr für ein Jahr insgesamt $401. Dazu noch $5 pro Woche Sommercamp für Live Science Projekte. Nächste Woche Mittwoch kommt wohl eine Boa Constrictor in den Kindergarten…

Leider hat die einzige Erzieherin die deutsch spricht vor 2 Wochen gekündigt. Ihr Mann ist wohl beim Militär, wurde scheinbar versetzt. Wir sollen einfach eine Liste mit deutschen Wörtern mitgeben. LOL

Das wird bestimmt spannend!

——-

So viel für heute,

Have a good night!

Steven

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4 Antworten zu Tag 17: Sozialversicherungsnummer

  1. Maren schreibt:

    Hallo ihr Lieben, oh mein Gott. Das ist ja echt heftig. Allerdings nicht so schlimm wie in Deutschland. Hier hättet ihr definitiv zu einem Amt gemusst. Auf was habt ihr euch da nur eingelassen??!! LG Maren

    • Schwester J schreibt:

      Pass mal auf. Morgen kommt der Hammer. Die ziehen bestimmt das Visa ein, weils selbst geändert wurde 😉

  2. Schwester J schreibt:

    Haha ich schmeiß mich weg.
    Amerikanische Behörden sind ja wie die Deutschen. Aber Mega cool, dass man seine Dokumente einfach selbst anpassen darf. Komisch. Wenn da jetzt nicht ein komplett neuen Pass brauchst. Also hab mich göttlich amüsiert, bitte mehr davon!
    Liebe Grüße
    Drück und Knutsch euch alle.

  3. Joachim schreibt:

    Hallo Ihr Kanzlers!
    Na, da war Adrians Einschulung abenteuerlicher als die bei uns. Wir waren in der zur Aula umfunktionierten Kantine der Bodenseeschule und jedes Kind hatte eine Cheergroup von mindestens 5 Leuten: Papa, Mama, Oma, Opa, Bruder, bei uns hatte Thale noch zusätzlich Tante, Cousin und nochmal Oma und Opa dabei. Da wars gerammelt voll. Aber es gab nette Geschichte von den großen Kindern als Theater gespielt und danach gings nur ne Stunde in die Klasse..
    Liebe Grüße
    Joachim

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